Ahasvers war ich einst,

Tannhäusers auch.

Ich grünte und ich schlug

Wurzeln einmal und wuchs und wurde Strauch.

 

Nun ist die Welt besät

Mit meiner Brut:

Ein jeder Schößling trieb

Und trieb die alte ungestillte Wut.

 

Trieb, die sich treibt, die Kraft.

Wen sie befiel,

Wer mich ergriff, den trifft

Ziel nur als Weg zu einem neuen Ziel.

 

Wer an mir ging, den kann

Kein Haus verwahrn,

Zu viele Straßen rings,

Die ungekannt ins Unbegangne fahrn,

 

Zu wenig Schnitter für

Die große Mahd,

Nach allen Händen drängt

Und drängt sich gierig die gereifte Saat:

 

Wegsüchtige, die aus mir

Geboren sind

Und noch gefangen stehn

Und seufzend wehn unter dem weiten Wind...

 

Mißhör die Sehnsucht nicht,

Die um dich brennt,

Mensch, faß ein Ding und geh

Ihm nach und stills und führs zu seinem End.


Das Gedicht "Der wandernde Stab" stammt von   (1899 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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