Nun wird die Spur der Füße langsam ungetan,

Und aus der Tiefe, aus der tiefen Tiefe steigt

Das Trübe, schwadengrauer Nebel himmelan.

 

Nun wird der Augen-Aufblick langsam leer,

Und aus der Höhe, aus der hohen Höhe neigt

Die Wolke sich, sinkt Nebel erdwärts schwer.

 

Nun drängt zu dem verwandten Un-Gesicht

Das Wesenlose aus den fahlen Gründen

Und hebt sich sehnend ins versäumte Licht.

 

Nun flieht, was war: es fliehen Busch und Baum,

Flieh′n Berg und Tal, die sich zur Flucht verbünden,

Es fliehst du, Herz. Es floh′n die Zeit, der Raum.

 

Land wurde Meer. Meer wurde schwälend Schaum.

Ihn schlürft, sich fröstelnd zu entzünden,

Das ungelebte Leben und der ungeträumte Traum.


Das Gedicht "Weg im Nebel" stammt von   (1899 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte