Die in Tränen hier sich sehnen,
Finden sich im Vaterland
Was hienieden bang geschieden,
Geht dort selig Hand in Hand.

Ob in Leiden, ob in Freuden
Hier dein Herze hat gelebt,
Ist dann eines, dort ist keines,
Das in Schmerz und Jammer bebt.

Was wir lieben, folgt uns drüben
In der sel'gen Engel Chor
Sei nun stille, sinkt die Hülle,
Fliegt der Schmetterling empor.

Wenn ich Herzen hier in Schmerzen
Und in Schwachheit schon verstehn,
Soll' n sie oben sich erhoben,
Sich in ewger Wonne sehn.

Kommt der helle Mai gegangen,
Möcht' ich von der Erde gehn,
All sein Blühen und sein Prangen
Kann mein Herze nicht verstehn.

Was steht ihr denn so trübe
In Tränen um mich her,
Als wäre Lust und Liebe
Auf dieser Welt nicht mehr?


Das Gedicht "Trost" stammt von   (1798 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte