Will die Seele dir verzagen
In der Leiden Übermaß,
Wehre deinem Mund die Klagen
Und bewahre dich vor Hass.
Lies des Kummers tiefe Zeichen
Auf so manchem Angesicht,
Deinem Leid wird manches gleichen,
Und das einz’ge ist es nicht.
Nein, der Menschen Tränen quillen
Rings, soweit die Sonne scheint,
Und nur der kann Tränen stillen,
Welcher bitter selbst geweint.
Trage drum mit stiller Starke
All das Leiden, das dich krankt,
Zu der Liebe heil’gem Werke
Ward es dir von Gott geschenkt.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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