Die Puppen laden hölzerne Geschütze.

Schon sinkt

Im Korktod

Dummer August blaß.

Geschminkte Hände halten

Säbelblech.

Der Wangen rote Tulpen

Blühen faul.

Die Augen (sanfte Augen der Natur)

Entgleiten maulwurfunterwürfig in den dunklen

Erdbraunen Nachtgott.

Ihn ersah

Zum Ziel sich die bedeutende Strategin,

Die Liebe, die durch tausend Reifen sprang,

Auf Pferdchen äffchensamt geritten,

Den Himmel der Manege spaltete.

Vom Turmseil schwirrte

Der entthronte Künstler.

Der Kopf

Fraß blutend Sägespäne.

Und die Hände (die schönen Hände, die den Balancierstock schwangen,

den silbernen, mit Löwenkopf gezierten),

Sie riefen Hilfe im Ertrinken,

Versinken unterm Sand.

Das Publikum

Schoß Beifall aus kanonengleichen Mäulern.


Das Gedicht "Zirkus" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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