Müde bin ich, ach, der städtischen Sterne.

Bräunliches Frühlingslaub dunkelt im Kalterer-Wein.

Mein Blut spritzt morgenrot über die Berge,

Zwei Herzen balanciere ich an einer langen Stange seiltragend zwischen

Zugspitze und Kramer.

 

Auf dem Riessersee schwebt eine rote Jacke.

Zwei schlanke Füße ritzen eislaufend meine Wange.

Ein Münchener Rechtsanwalt begrüßt mich freundlich funkelnd.

Ewig bin ich allein, Mädchen, trotz deiner selig mir zuspringenden Brüste.

 

Weil ich keine Zentralheizung in meinem Zimmer habe friere ich sehr.

Ich lese im Bett die Annoncen der »Münchener Neuesten Nachrichten«,

um eine Stellung zu finden.

Eine Stellung als Freund. Oder als Diener vielleicht,

Dienend in Sanftmut einem redlichen Gott.


Das Gedicht "Partenkirchen" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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