Ich hab′ einmal ein Mädel gehabt

In Lichterfelde Ost.

Das war wie Frau Venus selber begabt.

Sie hat mich mit Lust und Liebe gelabt

In Lichterfelde Ost.

 

Sie hatte das schönste schlankeste Bein

In Lichterfelde Ost.

Und wollt′ ich besonders zärtlich sein,

So schlug ich ihr eins in die Fresse hinein

In Lichterfelde Ost.

 

Da kam ein feiner Kavalier

In Lichterfelde Ost.

Sie wurde sein Glück, sein Stück, sein Tier,

Sie sank mit ihm und er mit ihr

In Lichterfelde Ost.

 

Man brachte sie in das Krankenhaus

In Lichterfelde Ost.

Und als sie nach Monaten kam heraus:

Sie sah wie der Tod von Basel aus

In Lichterfelde Ost.

 

Jetzt bietet Papierblumen sie feil - noch knapp

In Lichterfelde Ost.

Zuweilen kauf ich ihr welche ab.

Die leg′ ich ihr übers Jahr aufs Grab

In Lichterfelde Ost.


Das Gedicht "In Lichterfelde Ost" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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