Ich bin Seine Majestät der Räuberhauptmann Terente und geruhe, im

Donaudelta das Zepter eines knorrigen Eichenknüttels zu schwingen.

Ich bin der Herr der hundert Teiche und der Sklave der tausend Mädchen.

 

Eines Tages in Braila auf dem Markt sah ich zwei schöne Schwestern vom

Erker auf mich herniederlächeln.

Eines Nachts in Braila auf dem Markt raubte ich sie zu ihren Geschwistern,

den Wildenten, in den Donausumpf.

 

Ich liebe die armen Teufel, die armen Engel.

Ich habe zehn Kriegsinvalidenbettlern Leierkästen gekauft.

Sie spielen auf den Höfen in Bukarest und Konstanza das Lied vom

Räuberhauptmann Terente.

 

Cojoccar und Cervusa sind Laffen gegen mich.

Man wird sie mit Recht oder Unrecht hängen.

Aber nicht hängen wird man mich, der ich hänge wild am Leben.

Aeroplane, kleine Kanonenboote, Maschinengewehre, Polizisten, Matrosen,

Gendarmen, Soldaten sind gegen mich aufgeboten.

Ein ganzes Heer gegen einen.

Ich bin die Summe eurer Rechenkünste:

Ich bin euer Gesetz, das sich gegen euch wendet.

Ihr habt mich im Kriege rauben und morden gelehrt.

Ich bin euer gelehrigster Schüler, ich, Seine Majestät der

Räuberhauptmann Terente.


Das Gedicht "Der rumänische Räuberhauptmann Terente" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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