Jede Hoffnung hat mich stets betrogen,

Keinen Anspruch hab' ich auf das Glück!

Schrecklich haben Menschen mich belogen,

Freundschaft stieß mein sehnend Herz zurück.

O was that, was hab' ich denn begangen,

Schlägt mein Herz nicht rein in dieser Brust?

Färbte Reue jemals diese Wangen,

Bin ich mir denn einer Schuld bewußt?

 

Nein, der Unschuld heilige Ägide

Schützte meines Lebens Blüthenzeit,

Und doch wird das Schicksal nimmer müde,

Spendet immerdar mir Harm und Leid.

Einst wies mir die Hoffnung Blumenpfade,

Zeigte lächelnd mir Elisium.

Aber ach! das lachende Gestade

Wandelt sich zur öden Wildniß um.

 

Dort hinauf, wo jene Sterne glänzen,

Sehnet sich mein wundgeschlag'nes Herz,

Dort, wo Engel mir die Locken kränzen,

Dort versinkt im Lethestrom mein Schmerz.

Ja! uns ist ein bess'res Seyn beschieden,

Dieß ist nur der herben Prüfung Land -

Unsrer harrt ein ew'ger Götterfrieden,

Kehren einst wir in des Vaters Hand.


Das Gedicht "Sehnsucht" stammt von   (1801 - 1877).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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