Was hab′ ich, gutes Mädchen!

Als jenes kleine Feld

Um dein geliebtes Städtchen,

Mir eine ganze Welt?

Der andern acht′ ich wenig;

Da traur′ ich, wie verbannt!

Dein König ist mein König,

Dein Land mein Vaterland.

 

Die ersten grünen Haine

Sind dort, wo Liebchen geht;

Die Luft ist erst die meine,

Die sich um sie gedreht.

O, wann begrüß′ ich wieder

Dein Städtchen, meine Welt,

Und höre Lerchen-Lieder

Auf deinem kleinen Feld,

 

Und sehe Morgen-Schimmer

Bey dir, und hellen Tag?

O denke nur, daß immer,

In jedem Glocken-Schlag,

Des Wiedersehns Minute

Durch meine Seele schallt,

Weil, ach! in deinem Blute

Mein eignes Leben wallt!


Das Gedicht "Sehnsucht" stammt von   (1740 - 1814).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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