Wär´ich der Regen,
ich wollte mich leben
der Erde ans Herz;
wie sollte sie blühen
und jauchzen und glühen.
Wär´ich die Sonne,
ich sög´mich vor Wonne
ins dampfende Meer;
wie sollt´es da rauschen
und Küsse tauschen!
Gedichte
Julius Mosen
Wär´ich der Regen,
ich wollte mich leben
der Erde ans Herz;
wie sollte sie blühen
und jauchzen und glühen.
Wär´ich die Sonne,
ich sög´mich vor Wonne
ins dampfende Meer;
wie sollt´es da rauschen
und Küsse tauschen!
Das Gedicht "Sehnsucht" stammt von Julius Mosen (1803 - 1867).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.