Die fröhliche Dorisse,

Ein Engel an Gestalt,

Zu pflücken Haselnüsse,

Ging lustig nach dem Wald.

Die sang das Lied der Liebe,

Das Unheil angefacht: -

»Ihr Mädchen, habet acht,

Gelegenheit macht Diebe.«

 

Und Robert folgt ihr fröhlich,

Erhascht sie, nach dem Hain,

»O Mädchen, ich bin selig,

Mit dir allein zu seyn.

O komm, o komm, du Liebe,

Wir pflücken Nüsse hier.« -

Dorisse, wehe dir,

Gelegenheit macht Diebe.

 

Dorisse, ach! erröthet,

Und Robert ist beglückt. -

Bis Philomele flötet,

Hat Nüsse sie gepflückt.

Die Augen Thränentrübe,

Singt sie nun Tag und Nacht:

»Ihr Mädchen habet acht,

Gelegenheit macht Diebe.«


Das Gedicht "Gelegenheit macht Diebe" stammt von   (1801 - 1877).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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