Ja, die Maulwürfe sind mächtig,

Wenn sie auch gleich niederträchtig

Wühlen in der Erde Schooß.

Wenn sie auch mit Lichtesscheue

Untergraben alle Treue,

Sind sie im Beharren groß.

 

Nur wo's dunkel ist, da sehen

Sie für sich das Heil aufgehen,

Das sie spähend aufgesucht -

Können sie den Boden finden,

Ihre Gänge durch zu winden,

Harrend ihrer Saaten Frucht.

 

Wenn den Boden sie bereitet,

Wenn die Furche eingebreitet,

Säen sie den Samen aus.

O, wie sie dann Sorge tragen,

Daß die Keime Wurzel schlagen,

Bis sie ziehen Vortheil draus.

 

Aber wo im Lichte der Sonne,

Zu der Menschheit Heil und Wonne,

Eine Ähre reifen will,

Sieht man sie mit Lustbehagen,

Deren Wurzel schnell zernagen,

Doch ganz heimlich, doch ganz still.

 

Wie uns ihre Sätze lehren,

Thun sie Alles Gott zu Ehren,

Wenn's die Menschheit auch verdirbt.

Heiligt doch der Zweck die Mittel

Wenn er ihnen Reichthum, Titel

Und geheimen Anhang wirbt.

 

Strebt darum, ihr Gartenpfleger,

Strebt darum, ihr Lichtesträger,

Auszurotten ihre Brut.

Nur in heller Luft, im Freien,

Nur im Sonnenlicht gedeihen

Kann, was heilsam ist und gut.

 

Doch die Menschheit geht verloren

In dem, was die Nacht geboren -

Darum wo im Gartenhag

Sich die Maulwürfe verstecken,

Thut sie aus den Löchern schrecken,

Fördert sie herauf zu Tag.

 

Jagt sie alle aus den engen

Kunstverschlungnen krummen Gängen,

Die zu bohren sie bemüht.

Grader Weg ist stets der beste,

Drum verjagt die schlimmen Gäste,

Daß uns Heil und Glück erblüht.


Das Gedicht "Die schwarze Brüderschaft" stammt von   (1801 - 1877).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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