Traue, schwaches Mädchen, nimmer einem Manne,

Honig trägt er auf den Lippen, Gift im Herzen,

Heuchelei sind seine Worte, Meineid seine Schwüre,

Womit er dich Arme zu betäuben sucht.

Selbstsucht ist des Mannes Name! sein Geschlecht nur achtend,

Ist es ihm ein Spiel, das unsre zu betrügen.

Höhnisch lächelnd weidet er an seinem Opfer sich;

Unsre Thränen sind ihm Wonne, Zeugen seines Sieges,

Unsre Klagen ihm Triumphgesänge, übermüthig

Spricht er zu sich selbst: "ich bin der Herr der Schöpfung,

Meinen Wünschen unterthänig ist das Weib."

Mit dem Stolz des Siegers raubt er unsre Rechte,

Sklavenfesseln schlingt er um das freie Weib.

O drum flieh′ in deinem Blüthenalter selbst den Besten,

Flehend ist er Sklav - ergiebst du dich - Tyrann.


Das Gedicht "An Rosalie!" stammt von   (1801 - 1877).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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