Gefahren bin ich in schwankendem Kahne

Auf dem blaulichen Oceane,

Der die leuchtenden Sterne umfließt,

Habe die himmlischen Mächte begrüßt.

War, in ihrer Betrachtung versunken,

Habe den ewigen Aether getrunken,

Habe dem Irdischen ganz mich entwandt,

Droben die Schriften der Sterne erkannt

Und in ihrem Kreisen und Drehen

Bildlich den heiligen Rhythmus gesehen,

Der gewaltig auch jeglichen Klang

Reißt zu des Wohllauts wogendem Drang.

Aber ach! es ziehet mich hernieder,

Nebel überschleiert meinen Blick,

Und der Erde Grenzen seh′ ich wieder,

Wolken treiben mich zurück.

Wehe! Das Gesetz der Schwere

Es behauptet nur sein Recht,

Keiner darf sich ihm entziehen

Von dem irdischen Geschlecht.


Das Gedicht "Der Luftschiffer" stammt von   (1780 - 1806).


Anmerkung

Passend zum Motiv empfehlen wir die Lektüre des Gedichts Luftschiff über der Stadt von Wolfenstein.

Zusammenfassung / Inhalt

Das Gedicht beschreibt die euphorische Himmelfahrt eines Luftschiffers (symbolisch für den, von den Gebrüder Montgolfier in Frankreich entwickelten, Heißluftballon, der damals eine neue technische Sensation darstellte) und den bedauerlichen Abstieg - bedingt durch Nebel, Wolken und die Schwerkraft.

Analyse

Das Gedicht "Der Luftschiffer" (1804; Epoche der Romantik) besteht aus einer Strophen mit je 20 Versen.
Ein durchgehendes Reimschema lässt sich nicht ausmachen. Allerdings überwiegen Paarreime, verwoben mit unreinen Reimen. Das Versmaß ist ein daktylischer Rhythmus mit unregelmäßigen weiblichen und männlichen Kadenzen.




Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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