Aus fernem Land,
vom Meeresstrand
auf hohen, luftigen Wegen
fliegst, Schwalbe, du
ohne Rast und Ruh
der lieben Heimat entgegen.
O sprich, woher
über Land und Meer
hast du die Kunde vernommen,
daß im Heimatland
der Winter schwand
und der Frühling, der Frühling gekommen?
Dein Liedchen spricht:
„Weiß selber nicht,
woher mir gekommen die Mahnung;
doch fort und fort
von Ort zu Ort
lockt mich die Frühlingsahnung.
So ohne Rast
in freudiger Hast
auf hohen, luftigen Wegen
flieg ich unverwandt
dem Heimatland,
dem lenzgeschmückten, entgegen.
Das Gedicht "Schwalbenlied" stammt von Julius Sturm (1816 - 1896).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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