Wahrlich, wahrlich, ich sage euch,

Himmel und Erde sind sich gleich.

Spricht der Himmel: Werde!

Da grünt und blüht die Erde!

Spricht die Erde: Sterbe!

Da wird der Himmel ein lachender Erbe.

Sterne sah ich blinken und sinken,

Den Mond in der Sonne ertrinken,

Die Sonne stieg in die Meere,

Ohne dass sich ein Fünklein verlöre.

Feuer und Wasser hassen sich,

Erde und Wasser umfassen sich,

Luft und Feuer entzünden sich,

Erde und Feuer ersticken sich,

Erde und Luft umkühlen sich,

Luft und Wasser umspielen sich,

Aber alles ist Liebe, Liebe, Liebe

Und wenn sich alles empörte, verzehrte, verschlänge,

Dass gar nichts bliebe, bliebe doch Liebe

Die Hülle, die Fülle, die Menge.


Das Gedicht "Schwalbenwitz" stammt von   (1778 - 1842).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte