Auf allen meinen Wegen
Verfolg‘ ich deine Spuren
Und du trittst mir entgegen
Aus allen Kreaturen;
Dein Licht erfüllt das ganze
Weltall mit seinem Glanze.

Du sprichst zu deinem Kinde
In Millionen Zungen,
Im Rauschen deiner Winde,
Im Lied, das mich umklungen,
In deines Donners Grimme
Vernehm‘ ich deine Stimme.

Im milden Sonnenstrahle,
Im heißen Wüstensande,
Im schattenreichen Tale,
Am feuchten Meeresstrande,
Wo Frost das Land gebunden,
Da hab‘ ich dich empfunden.

In jeder Frucht vom Baume,
In jedem Korn der Ähre,
In süßen Weines Schaume,
Was mich auch lab‘ und nähre,
Und wär’s nur Duft der Blüte,
Ich schmecke deine Güte.

Und so muss mir auf Erden,
Ob Staub nur seine Hülle,
Zum Zeugnis Alles werden,
Für deiner Gottheit Fülle,
Bis du dich mir gegeben
Zu ewig sel’gem Leben.


Das Gedicht "In Allem Gott" stammt von   (1816 - 1896).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte