Zwei alte hohe Burgen

Glänzen im Sonnenschein

Einander gegenüber,

Inmitten fließt der Rhein.

 

Gefangen in der einen

Härmt sich ein Rittersmann,

Daß er nicht in die andre

Zu seiner Liebsten kann.

 

Die Stromfluth hört er rauschen

Mit ruhelosem Schlag,

Die Wellen kommen, gehen

Gleichförmig Tag für Tag!

 

Er rüttelt an dem Gitter,

Die Stäbe weichen nicht;

Er möcht' die Pforte sprengen,

Allein kein Riegel bricht.

 

Da nimmt die werthe Cither

Er wieder von der Wand,

In der er Lust im Glücke

Und Trost im Leiden fand.

 

So sitzt er auf dem Lager

Schwermüthig, seufzt und wacht;

Dann greift er in die Saiten,

Singt einsam in die Nacht.


Das Gedicht "Der Gefangene" stammt von   (1790 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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