Nimm in die Hand den Stab,

Du Wandersmann durch's Leben,

Der Weg, bald rauh, bald eben,

Führt sicher Dich zum Grab.

 

Die Bahn ist bald durchschritten

Durch diese Zeitlichkeit,

Dann stehest Du inmitten

Der grauen Ewigkeit.

 

Ein Tag flieht um den andern,

Auch die mußt Du durchwandern;

Wo aber hält der Lauf

Der fernen Zukunft auf? –

 

Fort, Bild, das meinen Geist

Tief in den Abgrund reißt!

Ein uferloses Meer,

Und alles öd' und leer! –

 

Doch über Fluth und Wogen

Glänzt hell das Sonnenlicht:

Die Liebe kommt geflogen,

Die süße Stimme spricht:

 

»Nach oben mußt Du schauen,

Gedrücktes, wundes Herz,

Dann wandelt in Entzücken

Sich bald Dein tiefster Schmerz.«

 

»Froh darfst Du Hoffnung fassen,

Wie hoch die Fluth auch treibt;

Wie wärst Du denn verlassen,

Wenn Dir die Liebe bleibt?«


Das Gedicht "Der Blick gen Himmel" stammt von   (1790 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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