Traurig hängst Du das Köpfchen,

Weil muß geschieden seyn:

Meintest Du, närrisches Mädchen,

Ich sey für ewig Dein?

 

Deine Blume hab' ich nicht gebrochen,

Dein Kränzchen Dir nicht geraubt;

Die Luft hat mit Dir gesprochen,

Dem Winde hast Du geglaubt!

 

Und weil ich Dich eben genommen,

So wie ich Dich eben fand,

So meinst Du, mich hätte geschlungen

An Dich ein ewiges Band?

 

Und weil ich gelegen im Fieber,

Und hab' Dich im Traume geküßt,

So meinst Du, ich hätte für's Leben

Als meine Braut Dich gegrüßt? –

 

Sey ruhig und trockne Dein Thränchen,

Ich weiß, daß Dein Herzchen nicht bricht.

Heiß Blut und achtzehn Jahre –

Mein Mädchen, Du stirbst noch nicht!


Das Gedicht "Sicherer Trost" stammt von   (1790 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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