Allem was da athmet, lebet,

Amor wild Gewährung winkt;

Was im Grund der Fluthen webet,

Was des Lichtes Schimmer trinkt;

 

Und die Welt sie ist ein Himmel,

Wo sich Sonn' an Sonne schließt;

Wo im leuchtenden Gewimmel

Jeder Mensch ein König ist.

 

Ist ein Meer, das sel'ge Fluthen

Unergründlich, endlos ziehn,

Wo in Abendsonnengluthen

Die berauschten Wogen glühn;

 

Und der Mensch taucht jauchzend nieder

Und im freud'gen Uebermuth

Hebt er und versenkt sich wieder,

In den Grund der wonn'gen Fluth!

 

Ach, ich gönn' ihm alle Schauer,

Die sein trunkner Busen fühlt,

Wenn die Lust ihm wie ein lauer

Aether um die Seele spielt;

 

Gönn' ein Meer dem sel'gen Zecher,

Daß er trinke für und für,

Aber Glück gieb einen Becher,

Einen einzigen Becher mir!


Das Gedicht "Bescheidene Bitte" stammt von   (1790 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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