Ein ehrend Kleinod möcht′ ich gern Dir geben,

Möcht Dir so gern, wie ich Dich liebe, zeigen;

Doch arm bin ich und nenne nichts mein eigen;

Was zierlich sonst und reich das heitre Leben

 

Mit frischem Glanz und Schimmer mag umschweben,

Es steht mir fern; die frohen Klänge schweigen,

Geknickt vom Sturm sich alle Blüthen neigen,

Und keine kann ich Dir zum Kranze weben.

 

Doch Pelikane tränken ihre Jungen

Ja mit dem Blut, das warm der Brust entsprungen,

Und spenden den verborgnen Quell der Freuden:

 

So ström′ im Lied der Quell Dir meiner Leiden,

Der Qualen Born, er soll sich Dir erschließen!

Mein Herzblut ist′s; – laß in den Staub es fließen!


Das Gedicht "Angebinde" stammt von   (1790 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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