Das Mädchen

Ich hab′ ihn gesehen!

Wie ist mir geschehen?

O himmlischer Blick!

Er kommt mir entgegen;

Ich weiche verlegen,

Ich schwanke zurück.

Ich irre, ich träume!

Ihr Felsen, ihr Bäume,

Verbergt meine Freude,

Verberget mein Glück!

 

Der Jüngling

Hier muß ich sie finden!

Ich sah sie verschwinden,

Ihr folgte mein Blick.

Sie kam mir entgegen;

Dann trat sie verlegen

Und schamrot zurück.

Ist′s Hoffnung, sind′s Träume?

Ihr Felsen, ihr Bäume,

Entdeckt mir die Liebste,

Entdeckt mir mein Glück!

 

Der Schmachtende

Hier klag′ ich verborgen,

Dem tauenden Morgen

Mein einsam Geschick.

Verkannt von der Menge,

Wie zieh′ ich in′s Enge

Mich stille zurück!

O zärtliche Seele,

O schweige, verhehle

Die ewigen Leiden,

Verhehle dein Glück!

 

Der Jäger

Es lohnet mich heute

Mit doppelter Beute

Ein gutes Geschick.

Der redliche Diener

Bringt Hasen und Hühner

Beladen zurück;

Hier find′ ich gefangen

Auch Vögel noch hangen!

Es lebe der Jäger,

Es lebe sein Glück!


Das Gedicht "Verschiedene Empfindungen an einem Platze" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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