Sagt es niemand, nur den Weisen,

Weil die Menge gleich verhöhnet,

Das Lebend′ge will ich preisen,

Das nach Flammentod sich sehnet.

 

In der Liebesnächte Kühlung,

Die dich zeugte, wo du zeugtest,

Ueberfällt die fremde Fühlung

Wenn die stille Kerze leuchtet.

 

Nicht mehr bleibest du umfangen

In der Finsterniß Beschattung,

Und dich reißet neu Verlangen

Auf zu höherer Begattung.

 

Keine Ferne macht dich schwierig,

Kommst geflogen und gebannt,

Und zuletzt, des Lichts begierig,

Bist du Schmetterling verbrannt,

 

Und so lang du das nicht hast,

Dieses: Stirb und Werde!

Bist du nur ein trüber Gast

Auf der dunklen Erde.


Das Gedicht "Selige Sehnsucht" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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