Tage der Wonne,

Kommt ihr so bald?

Schenkt mir die Sonne,

Hügel und Wald?

 

Reichlicher fließen

Bächlein zumal.

Sind, es die Wiesen?

Ist es das Tal?

 

Blauliche Frische!

Himmel und Höh′!

Goldene Fische

Wimmeln im See.

 

Buntes Gefieder

Rauschet im Hain;

Himmlische Lieder

Schallen darein.

 

Unter des Grünen

Blühender Kraft

Naschen die Bienen

Summend am Saft.

 

Leise Bewegung

Bebt in der Luft,

Reizende Regung,

Schläfernder Duft.

 

Mächtiger rühret

Bald sich ein Hauch,

Doch et verlieret

Gleich sich im Strauch.

 

Aber zum Busen

Kehrt er zurück.

Helfet, ihr Musen,

Tragen das Glück!

 

Saget, seit gestern

Wie mir geschah?

Liebliche Schwestern,

Liebchen ist da!


Das Gedicht "Frühzeitiger Frühling" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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