An einen Braeutigam
Ich bin kein Freund der Zaertlichkeit;
Das sag ich ohne Scheu.
Ich liebe nach Gelegenheit,
Und schwöre keine Treu.
Und sag es ein vor allemal,
Daß der kein Weiser ist,
Der waehlt, und immer nach der Wahl
Dieselben Lippen küsst.
Denn, ach! wie bald kann es geschehn,
Daß Doris Reiz verdirbt?
So bald, wie wir die Rose sehn,
Die welkt, sich neigt, und stirbt.
Bleib, bleib, du künftger Ehemann,
Bey deiner Doris Kuß!
Ich liebe, wenn ich lieben kann,
Und hasse, wenn ich muß.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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