My Hamberch hätt i glehrt, soso, lata;

doch stoht mer ’s Trinke gar viil besser a

as ’s Schaffe, sell bikenn i frei un frank;

der Rucke bricht mer schier am Hobelbank.

Drum het mer d’Muetter menggmool prophezait:

"Du chunnsch ke Maister über wyt un brait ! "

I ha ’s zletscht selber glaubt un denkt: Isch’s so,

wie wird’s mer echterst in der Fremdi goh?

Wie isch’s mer gange? Numme z’guet! I ha

in wenig Wuche sibe Maister gha.

O Müetterli, wie falsch hesch prophezait!

I chömm kai Meister über, hesch mer gsait.


Das Gedicht "Der Schreinergesell" stammt von   (1760 - 1826).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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