E Büebli lauft, es goht in Wald

am Sunntig Noomittag;

es chunnt in d’Hürst un findet bald

Erdbeeri, Schlag an Schlag;

es günnt un ißt si halber z’tot

un denkt: Das isch my Obebrot.

Un wie n es ißt, se ruuscht’s im Laub;

es chunnt e schöne Chnab.

Er het e Rock wie Silberstaub

un trait e goldige Stab.

Er glänzt wie d’Sunn am Schwyzer Schnee.

Sy Lebe lang het’s nüt so gseh.

Druf redt der Chnab my Büebli a:

"Was issisch?I halt’s mit!"

"He, nüt !" sait’s Büebli, luegt en a

un lüpft sy Chäppli nit.

Druf sait der Chnab: "He, issisch nüt,

du grobe Burst, se battet’s nüt !"

Verschwunden isch my Chnab, un ’s stöhn

di nöchste Hürst im Duft;

druus fliegt en Engeli wunderschön

uf in die blaui Luft;

un ’s Büebli stoht un luegt ein noo

un chratzt im Hoor un lauft dervo.

Un siider isch kai Sege meh

im Beeri-Esse gsi.

I ha my Lebtig nüt so gseh,

si bschießen ebe nie.

Iß Hampfle voll, so viil de witt,

si stille der dy Hunger nit!

Was gib i der für Lehre drii?

Was saisch derzue? Me mueß

vor fremde Lüte fründli sii

mit Wort un Red un Grueß

un’s Chäppli lüpfe z’rechter Zyt;

sust het me Schimpf un chunnt nit wyt.


Das Gedicht "Der Knabe mit dem Erdbeerschlag" stammt von   (1760 - 1826).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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