Nicht der brausende Strom zürnt mit dem rieselnden Bache,

Nicht der rieselnde Bach zürnt mit dem fallenden Thau;

Alle rollen vereint zum weiten, unendlichen Meere,

Wo sich ihr Name verliert, wo ihre Welle zerrinnt.

Aber sieh, vom gewaltigen Meer ziehn Dämpfe gen Himmel,

Schweben als Wolken umher, regnen in Tropfen herab;

Ketten der Berge ziehen sie an und erhabene Gipfel,

Quellen strömen ins Land, Kräuter und Blumen entstehn.

Nein, kein Tropfe verlor sich im Meer und dem endlosen Aether;

Darum, lieblicher Bach, rolle die Welle getrost!


Das Gedicht "Nichts verliert sich" stammt von   (1744 - 1803).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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