Dein Schwert, wie ist’s von Blut so rot?
                    Edward, Edward!
Dein Schwert, wie ist’s von Blut so rot,
                    Und gehst so traurig her? – O!
O ich hab geschlagen meinen Geier tot,
                    Mutter, Mutter!
O ich hab geschlagen meinen Geier tot,
                    Und keinen hab ich wie Er – O!

Dein’s Geiers Blut ist nicht so rot,
                    Edward, Edward!
Dein’s Geiers Blut ist nicht so rot,
                    Mein Sohn, bekenn mir frei – O!
O ich hab geschlagen mein Rotross tot,
                    Mutter, Mutter!
O ich hab geschlagen mein Rotross tot.
                    Und ’s war so stolz und treu – O!

Dein Roß war alt und hast’s nicht not,
                    Edward, Edward!
Dein Ross war alt und hast’s nicht not,
                    Dich drückt ein ander Schmerz – O!
O ich hab geschlagen meinen Vater tot,
                    Mutter, Mutter!
O ich hab geschlagen meinen Vater tot,
                    Und weh, weh ist mein Herz – O!

Und was für Buße willst du nun tun?
                    Edward, Edward!
Und was für Buße willst du nun tun?
                    Mein Sohn bekenn mir mehr – O!
Auf Erden soll mein Fuß nicht ruhn,
                    Mutter, Mutter!
Auf Erden soll mein Fuß nicht ruhn,
                    Will gehn fern übers Meer – O!

Und was soll werden dein Hof und Hall?
                    Edward, Edward!
Und was soll werden dein Hof und Hall?
                    So herrlich sonst und schön – O!
Ich lass es stehn, bis es sink und fall,
                    Mutter, Mutter!
Ich lass es stehn, bis es sink und fall,
                    Mag nie es wieder sehn – O!

Und was soll werden dein Weib und Kind?
                    Edward, Edward!
Und was soll werden dein Weib und Kind,
                    Wann du gehst über Meer? – O!
Die Welt ist groß, lass sie bettlen drin,
                    Mutter, Mutter!
Die Welt ist groß, laß sie bettlen drin,
                    Ich seh sie nimmermehr – O!

Und was willst du lassen deiner Mutter teuer?
                    Edward, Edward!
Und was willst du lassen deiner Mutter teuer?
                    Mein Sohn, das sage mir – O!
Fluch will ich Euch lassen und höllisch Feuer,
                    Mutter, Mutter!
Fluch will ich Euch lassen und höllisch Feuer,
                    Denn Ihr, Ihr rietet’s mir! – O!


Das Gedicht "Edward" stammt von   (1744 - 1803).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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