Mattes Auge, Du trübst!

Fliehst vom Strahl ins Dunkle,

Birgst Dich, leidendes Auge,

Ins Dunkle!

 

Matter Dämmrer, woher

Trübst Du? bist verweinet,

Leidendes blaues Auge,

Wie Abendhimmel?

 

Matter Dämmrer, nicht!

Weine nicht mehr! starre nicht hin

Ins Dunkel,

In Zukunft!

 

Schließe Dich, sanftes Auge!

Starr′s nicht an!

Schlummre! sanftere Träume

Werden Dich umschweben!

 

Schwebt aus Dunkel hervor,

Sanftere Träum′! umschwebt sie!

Aus dem Schooße der Mitternacht!

Der Zukunft!

 

Schwingt die Flügel! umschwebt

Die holde, zarte,

Trübe Seele

Mit Morgenroth, mit schönerer Welt!

 

Ich hör′ ihr Schweben! sie kommen!

Schließe Dich, sanftes Auge!

Schlummre! sie kommen tröstend!

Starr′ sie nicht an, die Mitternacht!


Das Gedicht "An mein Auge" stammt von   (1744 - 1803).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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