Flüchtiger als Wind und Welle

Flieht die Zeit; was hält sie auf?

Sie genießen auf der Stelle,

Sie ergreifen schnell im Lauf;

Das, ihr Brüder, hält ihr Schweben,

Hält die Flucht der Tage ein.

Schneller Gang ist unser Leben,

Laßt uns Rosen auf ihn streun.

 

Rosen; denn die Tage sinken

In des Winters Nebelmeer.

Rosen; denn sie blühn und blinken

Links und rechts noch um uns her.

Rosen stehn auf jedem Zweige

Jeder schönen Jugendtat.

Wohl ihm, der bis auf die Neige

Rein gelebt sein Leben hat.

 

Tage, werdet uns zum Kranze

Der des Greises Schläf′ umzieht

Und um sie in frischem Glanze

Wie ein Traum der Jugend blüht.

Auch die dunkeln Blumen kühlen

Uns mit Ruhe, doppelt-süß;

Und die lauen Lüfte spielen

Freundlich uns ins Paradies.


Das Gedicht "Lied des Lebens" stammt von   (1744 - 1803).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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