Bei der Liebe reinsten Flammen

Glänzt das arme Hüttendach:

Liebchen! ewig nun beisammen!

Liebchen! träumend oder wach!

 

Süßes, zärtliches Umfangen,

Wenn der Tag am Himmel graut;

Heimlich klopfendes Verlangen,

Wenn der Abend niedertaut!

 

Und wir teilen alle Freuden,

Sonn′ und Mond und Sternenglanz;

Allen Segen, alles Leiden,

Arbeit und Gebet und Tanz.

 

So, bei reiner Liebe Flammen,

Endet sich der schöne Lauf;

Ruhig schweben wir zusammen,

Liebchen, Liebchen! himmelauf.


Das Gedicht "An Chloen" stammt von   (1740 - 1814).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte