Entflieht ihr kleinen Heere

Der lächelnden Cythere!

Das Thal ist freudenleer;

Bereift sind eure Flügel;

Dem nackten, öden Hügel

Tönt keine Leyer mehr.

 

Seht! wilde Jäger würgen

Auf hallenden Gebürgen,

Sie spotten eurer Macht;

Von spröden Amazonen,

Die nur in Wäldern wohnen,

Wird Paphia verlacht.

 

Wollt ihr vielleicht beym Jagen

Die Mordgewehre tragen,

Der Netze Hüter seyn;

Gedungen von Centauren,

Auf hohen Aesten lauren,

Zum Klang der Hörner schreyn?

 

Und wenn die Stürme wehen,

Soll dann auf kalten Höhen,

Wo Sonnenstrahl gebricht,

Euch eure Fackel wärmen?

Dem Wilde nachzuschwärmen,

Gab sie Cythere nicht.

 

Das Laub, dem Hain entrissen,

Stirbt unter euren Füßen:

Flieht! alles ist verheert.

O tragt die dürren Blätter,

Ihr artigsten der Götter,

Auf eines Dichters Herd!


Das Gedicht "An die Liebesgötter" stammt von   (1740 - 1814).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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