Wiege uns in süße Träume,

Tiefbewegter, dunkler See,

Nimm es auf in deine Räume

Unsrer Herzen stilles Weh.

 

Alles ruht — nur Sterne wachen

Badend sich in dunkler Flut,

Und wir schiffen still im Nachen

Durch der Wogen feuchte Glut.

 

Kaum noch finstern leise Lüfte

Kosend uns ein Märchen zu

Von dem Hauch der Blumendüfte,

Von der Wälder Abendruh.

 

Und es schwinden rings die Ufer

Und mit unsrem Liebesweh

Sind wir nun, o Heißgeliebte,

Auf der weiten, stillen See!

 

Ueber uns der Himmelsbogen,

Ringsherum der Wellen Flut, -

O, wie es sich auf den Wogen

Weich an deinem Herzen ruht!

 

O Geliebte — laß uns trinken

Noch das Feuer aller Lust,

Und dann glühend uns versinken

In der Wogen kühle Brust!


Das Gedicht "Stille Fahrt" stammt von   (1819 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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