Das war ein Balsam für mein wundes Herz,

Das war ein kühler Thau für meine Seele,

Die, schon verschmachtend, trank den heißen Schmerz,

Daß nicht der kalte Gram zu Tod sie quäle.

 

Das war ein Wehen milder Abendluft

Nach heißem Tag, an dem ich sterben wollen,

Es war ein Klang, es war ein Stral, ein Duft,

Der aus dem Himmel deiner Lieb gequollen.

 

Wie einer Blume zaubervoller Schein

Ist meinem Aug ein jedes Wort gewesen,

So mag den hellen Sternen oben sein,

Wenn sie die Blumenschrift der Erde lesen.

 

Und so auch mag dem Frühlingshimmel sein,

Wenn er es sieht, wie durch sein heißes Küssen

Die Blumenengel aus dem Knospenschrein

Mit Blütenflügeln auferstehen müssen.


Das Gedicht "Brief" stammt von   (1819 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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