Wenn ich in des Himmels Bläue

Stillerhoben aufwärts schaue,

Denke ich an blaue Augen,

Und ich denk an Lieb und Treu.

 

Und wenn ich im trüben

In dein blaues Auge schaue,

Denke ich an blauen Himmel,

Und an blütenvollen Mai.

 

Ich bin das Meer der Liebe,

Du bist die Perle darin,

Und die Perle ist des Meeres

Verschwiegne Königin.

 

Ich bin der tiefe Himmel —

Du bist der Sternenschein,

Der in das Meer der Liebe

Hellschimmernd fällt hinien.

 

Ich bin die Abendglocke —

Du bist der süße Klang,

Der durch die Lüfte zittert

Mit friedlichem Gesang.

 

Ich bin dein stiller Sänger,

Deß Herz in Liebe schlägt,

Du aber bist der Gedanke,

Der mich zum Himmel trägt.


Das Gedicht "Huldigung" stammt von   (1819 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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