Ein Lied im Koran meines Herzens steht,

Geschrieben wie mit blutigroten Lettern,

Ich weine immer, wenn mein Auge geht

Im Schmerzensbuche wehmutvoll zu blättern:

 

„Der Liebe Frühling blüht ein einzigmal,

Und einmal nur durchbebt das Herz ein Schauer,

Der es erfüllt mit schmerzlich süßer Qual,

Der es bewegt zu namenloser Trauer."

 

"Da glaubt das Herz in Wonne zu verglühn,

Da wähnt der Leib in Flammen aufzuschlagen,

Da bebt die Seele in der Funken Sprühn

Und ist zu schwach, die Gluten anzuklagen."

 

"Und Leib und Seele reißt mit sich der Sturm

Und Geist und Herz dreht er in seine Kreise,

Und schlägt die Flügel, bis der stille Wurm,

Im Grabe nagt am toten Herzen leise."

 

Dieß Lied im Koran meines Herzens steht,

Geschrieben wie mit blutigroten Lettern,

Ich weine immer, wenn mein Auge geht

Im Schmerzensbuche wehmutvoll zu blättern.


Das Gedicht "Aus dem Koran" stammt von   (1819 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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