(5. Januar 1908)

 

Ein Mordshallo hat′s einst gegeben,

Als Cäsar nahm den Rubikon,

Bei uns gibt′s andre Überschritte,

Jedoch wir sagen keinen Ton.

 

Ob Rathaus oder etwas andres,

Nie kommt man aus mit dem Etat,

Zuweilen scheint′s, als würd′ es langen,

Doch hinterher ist alles da.

 

Die neue Rennbahn hat′s bewiesen;

Kein Nachtrag? Kinder, welch Malheur!

Doch nein, es stimmt, denn als man nachsah,

Da waren′s hunderttausend mehr.

 

Dem Stadthall′nbau sehn drum entgegen

Wir mit Vertrauensvölligkeit;

Ist erst der Bauetat bewilligt,

Der Nachtrag find′t sich mit der Zeit.


Das Gedicht "Das Wichtigste" stammt von   (1866 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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