Weißt du wohl, als wie wir sind,

Wie das Kornfeld und der Wind,

Wie der Sturm und das wilde Meer,

Das da wallet hin und her;

Aug’ zu Auge zärtlich spricht,

Aber uns lieben, das dürfen wir nicht.

 

Wenn die Sonne geht zur Ruh,

Denk ich dein und mein denkst du,

Und bei Mond und Sternenschein

Denk ich dein und du denkst mein;

Herz zu Herzen zärtlich spricht,

Aber uns lieben, das dürfen wir nicht.

 

Gestern um die Mitternacht

Bin ich weinend aufgewacht,

Denn mein allerschönster Traum

War dahin, wie Wellenschaum;

Mund zu Mund im Traume spricht,

Aber uns lieben, das dürfen wir nicht.


Das Gedicht "Verbotene Liebe" stammt von   (1866 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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