Vom Golf Neapels bis zur Nordsee klaffen

Die Länder auf in Haß – hie Ghibellinen,

Hie Welfen, hie Verwüstung und Ruinen!

Hie Flammen, Sturmlauf, Rosse, Banner, Waffen!

 

Canossa läßt die Rache nicht erschlaffen,

Vom Gotthard führt mit seinen Paladinen

Der Rotbart die gewaffneten Lawinen –

Wer wird der Welt Alleingewalt erraffen?

 

Nicht Friedrichs hohe Kraft und nicht sein zweiter

Nachkomme sieht den Sieg; die Feinde taufen

Mit neuer Glut stets neu erglühte Streiter.

 

Kann deinen Frieden, Erde, nichts erkaufen,

Als rollend unter blutbespritzte Scheiter

Das blonde Haupt des letzten Hohenstaufen?


Das Gedicht "Neapel" stammt von   (1820 - 1905).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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