Wie lang schon trat niemand mehr ein

In dieses stille Zimmer;

Nur hier das bischen Sonnenschein

Glänzt heute noch wie immer.

 

Und alles ringsum aufgeräumt

Und wie ich′s sonst gefunden;

Die Wanduhr nur steht still und träumt

Von längst vergangnen Stunden.

 

Wie still es ist! Nur dann und wann

Der Sommerfliege Summen.

Hier saß ich oft allein und sann

In innerem Verstummen.

 

Entmutigt sein, wenn alles hofft,

Wenn alles lebt, gebunden –

Ich kenne sie, ich hab′ sie oft

Gefühlt, die bittern Stunden!


Das Gedicht "Einsamkeit" stammt von   (1820 - 1905).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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