Madeira blaut, vom Ozean umschrieben,
Zuerst entdeckt von einem Liebespaare,
Das Vaterfluch vom heimischen Altare
Auf leichtem Kahn durchs wilde Meer getrieben.
Hier starben sie; die schönen Leichen blieben
Bewacht von Elfen auf umblühter Bahre,
Bis neue Kolonieen spätrer Jahre
Den Hain der Liebenden in Trümmer hieben.
Erzürnt erhob ein Waldbrand seine Flügel,
Die ganze Insel ward zum Aschenhügel,
Und aus der Asche wieder sproßten Reben.
So ward ein Becher jetzt das Felsgesteine;
Madeira ward ein Becher edler Weine,
Worin noch jener Liebe Küsse beben.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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