Ja, einmal nimmt der Mensch von seinen Tagen

Im voraus schon des Glückes Zinsen ein,

Und spricht: ich will den Kranz der Freude tragen,

Mag, was darauf folgt, nur noch Asche sein.

Die vollen Becher! Laß uns alles wagen!

Ja einmal will ich auf den Mittagshöh'n

Des Lebens stehn und dann am Ende sagen:

Wie war es doch so schön!

 

Wie war der Traum so schön! Da wir uns liebten,

Da blühten Rosen um den Trauerzug;

Im Schaum der Tage, die sonst leer zerstiebten,

War eine Perle, reich und stolz genug.

Ich will den Arm um deinen Nacken schlingen,

Und durch die Ferne der Erinnrung tön':

Kann keine Zeit das Glück uns wiederbringen -

Wie war es doch so schön!

 


Das Gedicht "Ja, einmal nimmt der Mensch..." stammt von   (1820 - 1905).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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