Sie liebte mich die wunderholde Braune,

Und mich umgab was Glück nur heißen mag.

Sie liebte mich, das war nun ihre Laune,

Doch Laune nur für einen Frühlingstag.

 

Mit andern bald schloß eben diese Braune

Und andern drauf den wankenden Vertrag,

Und Himmelswonn' empfand in ihrer Laune

Beseltem Spiel auch jeder - einen Tag.

 

So wechselnd schafft die wunderholde Braune

Elysium und Hölle Tag um Tag.

Man zürnt ihr laut. Mir folgt der süßen Laune

Erinnerung mit stiller Wonne nach.

 

Entflattert uns die süße holde Braune,

Umsonst wird Hader dann und Klage sein.

Begehren wir die Wiederkehr der Laune,

Wie? koset sie, hauchst du sie doch nicht ein!

 

Im Haine jüngst fand ich die holde Braune,

Wo ich mit Rosen sie umkränzend sprach:

»Wann kehrt einmal zurück die süße Laune,

Daß neu ich liebend neu ich leben mag?«

 

Da blickt auf mich die wunderholde Braune,

In sanfter Röth entschlüpft ihr leis ein Ach!

Es kehrt zurück die süße, süße Laune,

Sie dauert nun schon manchen schönen Tag.


Das Gedicht "Liebeslaune" stammt von   (1744 - 1806).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:

 

Weitere gute Liebesgedichte zum schmökern.

 



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte