Ist bezwungen denn der Tod

Durch des Sommers Machtgebot?

Ist ihr Bild so ganz versunken,

Die den Becher leer getrunken:

Aller, die sich wesenlos

Bargen in der Erde Schoß?

Hier in Duft und Sonnenschein

Fühl' ich wieder dich allein,

Dich, die nie ein Weh erfuhr,

Einzig Dauernde, Natur!

Um den vollen Rosenstrauch

Lebenglühend weht dein Hauch,

Hell wie immer durch den Wald

Deine Tausendstimme schallt -

Deiner Stärke Ueberschwall

Wirfst du in des Stromes Fall:

Und aus brausend wilder Lust

An gebäumter Felsenbrust

Schwingst du dich zur Sehnsuchtsschau

In der Lüfte reinstes Blau!

Ja, du lebst .. aus dir, aus dir

Trink' auch ich ein Leben mir!


Das Gedicht "Leben" stammt von   (1866 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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