Reich mir, o Schenke, das Glas,
  bringe den Gästen es zu,
Leicht ist die Lieb’ im Anfang,
  es folgen aber Schwierigkeiten.

Wegen des Moschusgeruchs,
  welchen der Ostwind geraubt
Deinen gekrausten Locken,
  wie vieles Blut entfloß dem Herzen!

Folge dem Worte des Wirts:
  Färbe den Teppich mit Wein!
Reisende sind der Wege,
  sie sind des Laufs der Posten kundig.

Kann ich genießen der Lust
  in der Geliebten Gezelt,
Wenn mich zum Aufbruch immer
  der Karawane Glocke rufet?!

Finstere Schatten der Nacht!
  Wogen und Wirbelgefahr,
Können euch wohl begreifen,
  die leicht geschürzt am Ufer wohnen?

Durch die befriedigte Lust
  ward ich zum Märchen der Stadt,
Kann ein Geheimnis bleiben
  der Stoff der allgemeinen Sage?

Wünschest du Ruhe, Hafis,
  folge dem köstlichen Rat:
Willst du das Liebchen finden,
  verlaß die Welt und laß sie gehen!


Das Gedicht "Reich mir, o Schenke, das Glas…" stammt von   (1319 - 1389).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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