I.

Schlaf und Tod, die düstern Adler

Umrauschen nachtlang dieses Haupt:

Des Menschen goldnes Bildnis

Verschlänge die eisige Woge

Der Ewigkeit. An schaurigen Riffen

Zerschellt der purpurne Leib

Und es klagt die dunkle Stimme

Über dem Meer.

Schwester stürmischer Schwermut

Sieh ein ängstlicher Kahn versinkt

Unter Sternen,

Dem schweigenden Antlitz der Nacht.

II.

Jüngling aus kristallnem Munde

Sank dein goldner Blick ins Tal;

Waldes Woge rot und fahl

In der schwarzen Abendstunde.

Abend schlägt so tiefe Wunde!

 

Angst! des Todes Traumbeschwerde,

Abgestorben Grab und gar

Schaut aus Baum und Wild das Jahr;

Kahles Feld und Ackererde.

Ruft der Hirt die bange Herde.

 

Schwester, deine blauen Brauen

Winken leise in der Nacht.

Orgel seufzt und Hölle lacht

Und es faßt das Herz ein Grauen;

Möchte Stern und Engel schauen.

 

Mutter muß ums Kindlein zagen:

Rot ertönt im Schacht das Erz,

Wollust, Tränen, steinern Schmerz,

Der Titanen dunkle Sagen.

Schwermut! einsam Adler klagen.


Das Gedicht "Klage" stammt von   (1887 - 1914).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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