Ach, wo ist nun die Zeit, in der man pflag zu gleichen
Der Rosen schöner Zier mein' edele Gestalt?
Ja freilich bin ich so, nun ich bin grau und alt.
Eh' als der Sonnen Glanz die Rose kann erreichen,

So muss sie durch die Luft der Nacht zuvor verbleichen
Und hat nur von dem Tau ein wenig Unterhalt;
So netzen mich jetzt auch die Tränen mannigfalt,
Weil ich die junge Zeit nun habe lassen schleichen.

Geht dann der Morgen an, so wird die Rose rot;
Ich werde schamrot auch, gedenk ich an die Not.
Doch hab ich diesen Trost, dass gleich wie von den Winden

Die Rose, wann der Tag sich neigt, wird abgemeit,
So werd' auch ich, weil nun mein Abend nicht ist weit,
Kann ja es hier nicht sein, doch Ruh' im Grabe finden.


Das Gedicht "Einer Jungfrauen Klage über nahendes Alter" stammt von   (1597 - 1639).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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